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 Stolz und Vorurteil

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AutorNachricht
Ryouta Katashi

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BeitragThema: Stolz und Vorurteil   So Jun 18, 2017 12:04 am

In den Sommerferien
Universität, Sommer-Kurs in Business English für Studenten


Drückende Hitze füllte das Klassenzimmer, in welchem eine veraltete Klimaanlage verzweifelt gegen die Temperaturen anbrummte. Einige der Schüler dösten auf ihren Plätzen, die Luft in dem Raum derart stickig, dass es schwer fiel, zu denken. Dennoch wurde die Aufmerksamkeit der meisten Schüler leicht von dem Professor gehalten, der sich, statt einen monotonen Vortrag zu halten, direkt in die Praxis begeben hatte: Wirtschaftsdiskussionen und Gespräche auf Englisch. Er forderte immer wieder Teilnehmer dazu auf, selbst etwas zum Unterricht bei zu tragen, immerhin ging es hier um eine Sprache - und Sprache wollte gesprochen werden. Dass der Mann mittleren Alters selbst ein gutes Englisch sprach, das lediglich von einem milden Akzent unterlegt war, machte es vielen Schülern zusätzlich leichter.

Dieses Mal traf der Fingerzeig Ryouta, der mit stiller Miene den Großteil des Unterrichts stumm verfolgt hatte, ohne etwas dazu bei zu tragen. Er hatte keine Notwendigkeit dazu gesehen, zu sprechen, sondern hatte die Zeit damit verbracht, sich eine Meinung über die Kursteilnehmer zu bilden und potentiell nützliche und vielversprechende Kontakte zu identifizieren. Nun galt seine Aufmerksamkeit dem Professor. "Katashi, Sie stellen in einem Meeting Ihren aktuellen Status des von Ihnen betreuten Projektes vor. Beginnen Sie das Meeting." In einer fließenden Bewegung, die von einer gewissen Eleganz sprach, stand er von dem Stuhl auf und wandte sich so um, dass seine Haltung den gesamten Kurs mit einschloss. Er stand entspannt, sein Blick kühl, seine Miene unbewegt - beinahe distanziert. "Good Evening, Ladys and Gentleman. Ich bin Ryouta Katashi, Leiter dieses Projektes. Ich beginne mit ein paar allgemeinen Informationen, bevor ich die Details zu den neusten Veränderungen erläutere. Sind alle Anwesenden mit dem Projekt vertraut?" Ryoutas Aussprache war präzise und akzentfrei, seine Stimme sanft und angenehm. Sein Tonfall und die Präsenz, mit welcher er dieses imaginäre Meeting eröffnete, riss einige der Träumer aus ihren Gedanken - forderte die Aufmerksamkeit des Kurses, ohne, dass er sie forcieren musste. Alles an ihm sprach stumm davon, dass er wie dafür geschaffen war, genau dies zu tun - und es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht das erste Mal war, dass er es getan hatte. "Sehr gut." Der Dozent nickte und Ryouta nahm erneut Platz, während der Professor damit begann, das soeben gelieferte Beispiel mit dem Kurs zu erläutern. Daran auszusetzen gab es nichts - dafür hob er jedoch besondere Punkte hervor, welche den anderen als Beispiel dienen könnten.

Die Zeit verging, während Beispiele gegeben und die Ergebnisse besprochen wurden. Die Dinge, die ihm wichtig erschienen, notierte der angehende Geschäftsmann in seiner ordentlichen Handschrift, wobei es mehr Form war als tatsächliche Notwendigkeit - wie der gesamte Kurs mehr Form war, als Notwendigkeit. Als die Pausenglocke endlich das Ende des langen Tages einläutete, packte er ordentlich seine Sachen zusammen. Er war mit keiner der Personen in diesem Seminar bekannt, der Großteil von ihnen älter als er - lediglich einer stach hervor. Ichijouji, Ken. Wunderkind, hochbegabt und einige Jahre jünger noch, als er selbst. Vor einigen Jahren hatte er für ein nicht unbeträchtliches Maß an medialer Aufmerksamkeit gesorgt. Ryouta hatte es verfolgt, dem allerdings vorerst keine weitere Bedeutung beigemessen. Nun mit ihm in einem Kurs zu sitzen war fraglos faszinierend - er stach heraus, präzise, intelligent und aufmerksam hob er sich von der Masse der Studenten ab. Vermutlich gehörte er zu dem geringen Prozentsatz an Personen in diesem Raum, von welchen er tatsächlich noch etwas lernen konnte. In gewissem Maße freute er sich bereits darauf, sich vielleicht während des Seminars im Dialog oder in Diskussion mit ihm wieder zu finden - ein Gegenüber zu haben, das keine Probleme haben würde, seinen Gedankengängen zu folgen, seine Argumentation zu begreifen und ihm etwas entgegen zu setzen. Vielleicht, dachte er bei sich, würde dieses Seminar doch nicht die erwartete Zeitverschwendung werden.


Zuletzt von Ryouta Katashi am So Jun 18, 2017 9:51 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Ken Ichijouji

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BeitragThema: Re: Stolz und Vorurteil   So Jun 18, 2017 3:07 am

In den Sommerferien
Universität, Sommer-Kurs in Business English für Studenten
Ryouta & Ken

Damals als Wunderkind gefeiert worden zu sein zog eine ausgewogene Anzahl an Vor- und Nachteilen mit sich. So bekam Ken in den Sommerferien die Möglichkeit bei einem Seminar zum Thema Business Englisch an der Universität zu belegen. Normalerweise etwas, was sonst kein normaler Schüler angenommen hätte. Jedoch konnte der Junge einfach nicht absagen, zu sehr hatte er das Gefühl, dass man genau das von ihm erwartete und Wissenszuwachs war schlichtweg nichts Schlechtes. So nahm Ken das Angebot dankend an.
Als er jedoch dann tatsächlich in dem Sauerstoffarmen Raum saß, in welchem sich eine erstaunlich hohe Anzahl von Studenten versammelt hatten, bereute er es tatsächlich für einen Moment nicht abgesagt zu haben. Die Temperatur im Raum stieg gefühlt sekündlich während sich Kens Freude garantiert andersweitig vergnügten. Jedoch fehlte es ihm während der Vorlesung an Zeit in den Gedanken zu versinken wie Davis höhstwahrscheinlich das Wetter als Ausrede nutze um eine unmenschliche Menge Eis zu verschlingen oder wie Miyako sich bei diesen Temperaturen am Strand abkühlte. Gerade zweiterer Gedanke sollte Ken nicht weiterdenken. Die Ablenkung konnte er nun wirklich nicht gebrauchen.
So holte er nur einmal tief Luft, ehe seine Aufmerksamkeit dem Dozenten galt, der offensichtlich was davon verstand, was er da tat. Die englische Sprache stellte für Ken kein sonderliches Problem da, auch wenn er es bis heute noch auf die Saat der Finsternis schob, so fiel es ihm auch recht leicht den Gesprächen und Diskusionen zu folgen. Jedoch wurde er doch immer wieder leicht abgelenkt, das Tuscheln entging ihm selbstverständlich, auch wenn er lediglich Stichworte wie „Wunderkind“, „Genie“ hörte. Aber das reichte schon um dafür zu sorgen, dass Ken doch etwas mulmig zu Mute wurde. Denn dies war ja nicht der wahre Ken, das war der alte Ken, den er bereits vor 4 Jahren zurückgelassen hat und mit welchem er nichts mehr zu tun haben wollte. Aber das konnte er wohl schlecht den Leuten sagen. Ebenso konnte er ihnen wohl kaum von der Saat der Finsternis erzählen, die ihn damals erst zu diesem Wunderkind gemacht hatten. Zwar war Ken weiterhin ein Schüler, den man als hochbegabt bezeichnen konnte, aber dies war mit dem Ken von damals einfach nicht zu vergleichen und das misste Ken nicht einmal. Beinahe wünschte er sich sogar, dass es den alten Ken nie gegeben hätte. Diese Aufmerksamkeit sagte ihm dafür zu wenig zu, ebenso redete Ken sich dadurch auch nur eine Erwartungshaltung ein, welche alle um ihn herum an ihn hatten. Und wer konnte Ihnen das schon übel nehmen? Jemand der von den Medien als Wunderkind gefeiert wurde und sich selbst als sowas anpreiste hatte nun wirklich nicht das Recht sich darüber zu beschweren.
So herrschte beinahe eine Innere Unruhe in Ken, während er nach außen hin versuchte keinen auffälligen Eindruck zu erwecken, ja… er wollte den Schein waren um niemanden zu enttäuschen. So verfolgte er weiter der Vorlesung, welche jedoch eher in einem Dialog zwischen Dozenten und Studenten ausartete, etwas was Ken sehr zusagte.

Als der Dozent dann den Dialog zu Ryouta suchte galt diesem die gesamte Aufmerksamkeit. Und dennoch blieb er so ruhig, so gelassen und bewies sein Talent. Und heimste sich so nicht nur die Bewunderung von Ken ein, nein der ganze Raum schien recht begeistert von Ryoutas Talent. Was Ken jedoch viel mehr begeisterte war, dass Ryouta so ruhig bleiben konnte und keine Miene dabei verzog, während er vor allen bewies, was er kann. Ken wusste zwar auch von seinem Können und hätte theoretisch das Know-How um ebenfalls aktiv Teil eines solchen Gespräches zu sein, doch er hätte bei weitem nicht das Selbstbewusstsein um so souverän agieren zu können.
So war Ken doch recht erleichtert, als das Klingeln das Seminar für den heutigen Tag beendete, ohne das Ken in dem Gespräch integriert war. Jedoch sorgte das Ende auch gleichzeitig dafür, dass das Tuscheln etwas lauter wurde und Ken so nur noch besser herausfiltern konnte, was die anderen Teilnehmer so sagten. Sätze wie, „Der war damals oft im Fernsehen… aber mittlerweile ist es echt ruhig um ihn geworden.“ Oder „Er ist erst 15 Jahre alt und nimmt hier trotzdem teil, ein wahres Wunderkind!“ drangen an seine Ohren. Sätze auf die Ken nicht wusste wie man angemessen reagieren sollte. So bevorzugte er es seine Sachen einfach nur sehr langsam einzupacken und dies soweit in die Länge zu ziehen, bis der Raum nahezu komplett Menschenleer war. Lediglich der Dozent räumte vorne noch seine Sachen und ein anderer Kursteilnehmer befand sich noch im Raum, welcher Ken auffällig musterte, als dieser sich im Raum umschaute und seinen Rucksack schulterte. Um dieser Situation etwas die Anspannung zu nehmen nickte Ken Ryouta nicht lächelnd zu. Eine kurze Geste der Höflichkeit und in Kens Augen die einzige Möglichkeit diesen Moment richtig zu überbrücken.
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Ryouta Katashi

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BeitragThema: Re: Stolz und Vorurteil   So Jun 18, 2017 10:28 am

Ryouta erwiderte das knappe Nicken, seine Gesichtszüge ebenfalls still, kein Lächeln darin, keine Gefühlsregung sichtbar. Kurz zögerte er, wog sein Interesse an Konversation mit den Pflichten ab, die Zuhause auf ihn warteten - doch er zum Jahreswechsel von Zuhause ausgezogen und es gab nun niemanden mehr, der ihn darauf kontrollierte. Insgesamt war es ein befremdliches Gefühl gewesen, einen längeren Zeitraum mit seinen Eltern zusammen zu wohnen, wo er doch den Großteils einer Kindheit und Jugend in einem Internat verbracht hatte und allenfalls zu Wochenenden oder gelegentlich in den Ferien bei seiner Familie gewesen war. Er verschob den Gedanken und wartete auf Ichijouli, Ken - das Interesse an dem anderen Jungen größer, als sein Pflichtgefühl. Es war lange her, dass er zuletzt außerhalb eines Projektes oder Seminares mit Jemanden gesprochen hatte, und in der Universität fand er zwar Anschluss als beliebter Teampartner - der Großteil hielt ihn jedoch für distanziert und arrogant - für einen eiskalten Mistkerl. Ihm war es gleich. Er hatte ohnehin nicht die Kapazitäten Freundschaften auf zu bauen, da sein Vater aktuell plante, ihn neben dem Studium bereits in einer der in Tokyo angesiedelten Firmen arbeiten zu lassen, um das theoretische Wissen direkt in der Praxis umsetzen zu können.

Alle anderen Seminarteilnehmer hatten sich bereits in kleinen Grüppchen gefunden, redeten und tuschelten - und Ryouta hörte nicht selten Dinge, die fraglos auf den Jungen bezogen waren, der in diesem Raum nach ihm der Jüngste Teilnehmer war. Allerdings strahlte er keineswegs die Selbstsicherheit aus, die er noch dunkel in Erinnerung hatte, viel mehr wirkte es so, als sei es ihm außerordentlich unangenehm. Ryoutas Blick streifte kurz den Gang - ein dutzend Augenpaare, die tuschelnd darauf warteten, den anderen zu mustern, als wäre er ein Ausstellungsstück. Seine Lippen bildeten einen schmalen Strich, sein Blick wurde eine Nuance kühler. Immerhin war Ichijouji jung, und dieses Seminar sollte ihn fördern, nicht bloßstellen. Als Ken ihn erreichte, passte Ryouta ihn ab und stellte sich ihm nochmal persönlich vor. "Ichijouji, Ken, richtig? Ich bin Katashi, Ryouta. Ich bin sehr erfreut deine Bekanntschaft zu machen." Das Flüstern in seinem Rücken nahm zu, doch er ignorierte es geflissentlich - und stelle sich so, dass er Ken mit seiner Präsenz und seinem hochgewachsenen Körper davon abschirmte. Dieses Getuschel war eine Unart, die ihn bereits in niedrigeren Klassen unangenehm aufgefallen war, eigentlich hatte er sich von älteren Studenten mehr erhofft - allerdings schienen sie weder professionell noch reif genug zu sein, über derartigen Dingen zu stehen. "Hast du etwas dagegen, ein Stück mit mir zu gehen?"

Er hoffte, dass Ken zustimmen würde. Er selbst hatte sich oft genug in ähnlicher Position befunden - allein inmitten tuschelnder Gruppen und es war ein grausames Gefühl, eine Bloßstellung, die trotz des eigentlichen Selbstbewusstseins traf, besonders, wenn das Getuschel plötzlich verstummte, sobald er näher trat - als sei er so taub, dass er vorher nicht jedes einzelne gesprochene Wort gehört hatte. Ein Schicksal, welches er Ken zumindest an diesem Tag ersparen wollte - oder im Laufe des Seminares. Sie würden ohnehin Teams und Gruppen bilden, und aktuell sprach mehr dafür, Ken als seinen Teampartner zu nehmen, als dagegen. Ken zumindest traf mehr Kriterien, als die meisten anderen Personen in diesem Raum und war entsprechend der vielversprechendste Partner. Davon abgesehen war Ryouta niemand, der auf die gezielte Aufforderung nach Gruppenbildung wartete - er sprach die Personen, welche er in seinem Team haben wollte, bereits im Vorfeld an - um den anderen einen Schritt voraus zu sein.
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Ken Ichijouji

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BeitragThema: Re: Stolz und Vorurteil   So Jun 18, 2017 7:04 pm

Das erwidern von dem Nicken von Ryouta sorgte binnen Sekunden das sich auf Kens Gesicht ein warmes und doch recht herzliches Lächeln legte. Ja, es war ein durchaus angenehmes Gefühl, wenn man nicht ignoriert wurde oder direkt mit überschwinglicher Freundlichkeit zurückgegrüßt wurde. Beides Szenarien welche der Junge nur viel zu oft durchmachte.
Jedoch ging Ken davon aus, dass es bei dieser doch recht knappen Begrüßung blieb, schließlich machte Ryouta nach außen hin nicht den Anschein, dass er ein hohes Interesse hatte ein Gespräch mit Ken zu führen, was er Ryouta nicht übel nehmen konnte. So beschloss er mit seinem Rucksack auf dem Rücken dann den Saal zu verlassen, schließlich gab es nach Außen hin keinen Grund länger an diesem Ort zu bleiben, welcher keinerlei Sauerstoffreserve mehr zu haben schien. Umso verwunderter war der Blauhaarige, als Ryouta dann doch das Wort erhob, als Ken gerade drauf und dran war an ihm vorbei, zur Tür zu gehen. Höflich wie Ken war, hielt er sofort inne und stellte den Blickkontakt zu Ryouta her. Kurz nickte er ab, leugnen das er Ken war konnte er tatsächlich nicht. Jedoch legte sich erneut ein leichtes Lächeln auf seine Lippen, denn so angebrochen zu werden war wirklich wesentlich angenehmer als mit „Bist du nicht dieses Wunderkind?“ in ein Gespräch verwickelt zu werden. „Freut mich auch.“ Erwiderte der Jüngere daraufhin und hielt, Ryouta eine Hand entgegen, eine Norm der Höflichkeit ins Kens Augen.
So schlug er Ryoutas Bitte auch nicht ab, „Nein, ich freue mich über etwas Gesellschaft.“ Gestand er nur mit einem verlegenen Lächeln, ehe die Beiden den Raum endlich verließen. Jedoch bekam er dann beinahe schon einen Sauerstoffschock, nachdem Aufenthalt in dem Raum. Aber dies genoss er auch sehr. Es war wirklich angenehm, so holte Ken einmal tief Luft. „Wie ich den Sauerstoff vermisst hatte.“ Scherzte er leise, schließlich war er niemand dem oft ein Scherz über die Lippen kam, da er sich doch zu unsicher war, ob diese überhaupt bei seinem Gegenüber ankamen. Was so das genaue Gegenteil zu seinem besten Freund darstellte, welcher jeden noch so unsinnigen Gedanken ohne groß drüber nachzudenken heraus posaunte. Aber Gegensätze ziehen sich bekanntlich ja auch an und so ergänzten Ken und Daisuke sich wohl auch in dieser Hinsicht.
Jedoch fühlte sich Ken nun doch irgendwie verantwortlich das Gespräch doch in ein etwas gehobeneres Thema zu ändern, „Katschi, dein Englisch ist wirklich sehr gut. Es kommt sehr selten vor, dass man Japaner so fließend und akzentfrei reden hört.“ Gestand Ken, in Form dieses Komplimentes, denn Ryoutas Fähigkeiten ließen selbst den Jüngeren staunen, welcher selbst oft mit Komplimenten konfrontiert wurde, wenn es um seine eigenen Sprachfähigkeiten ging. Auch wenn er sich nun nicht nach dem ersten Seminar weit unter Ryouta ordnen würde, da Ken da doch noch bei sich Ausbaupotential sah. Das es an der Tatsache liegen könnte, dass Englisch nicht die einzige Fremdsprache war, welche Ken nahezu fließend sprach ließ er hierbei außer Acht. Schließlich war Ken niemand der sich höher werten würde, wenn er einem anderen, in diesem Fall Ryouta, für etwas ein Kompliment machen würde und sich um Umkehrschluss dann selbst doch noch aufwerten würde.
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Ryouta Katashi

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BeitragThema: Re: Stolz und Vorurteil   So Jun 18, 2017 7:49 pm

Ryouta erwiderte den Händedruck kurz, wenn auch fest und sicher, ehe sich seine Mundwinkel kaum merklich zu einem stillen Lächeln hoben, als der andere das Angebot annahm. Ryouta nahm ebenfalls kurz tief Luft - ja, Sauerstoff war wirklich angenehm, allerdings würde es im Freien sicherlich nicht besser werden, als im Innern des Gebäudes. Vielleicht mit mehr Sauerstoff, doch dafür auch wärmer. Er nickte die Worte des Jüngeren nur ab, antwortete allerdings erst wieder auf das Kompliment. "Ich wurde bilingual erzogen. Vater hielt es für unabdingbar, dass ich eine korrekte englische Aussprache bereits früh erlerne, zudem lässt er mich häufig an Geschäftsterminen teilnehmen oder nimmt mich zu Geschäftsreisen mit, damit ich auf diese Weise praktische Erfahrungen sammeln kann. Dein Englisch steht meinem grundsätzlich in nichts nach. Dir fehlt lediglich der in Amerika und Europa übliche Umgangston der Geschäftswelt, und genau daran arbeitet dieses Seminar." Auch im Japanischen war Ryoutas Aussprache wohl akzentuiert und sehr sauber, seine Stimme ruhig, beinahe sanft, den Stimmbruch hatte er längst hinter sich gelassen. Sie passierten die ersten Gruppen, wie zu erwarten gewesen war, verstummte das Getuschel bei ihrem Näherkommen, nur um erneut zu beginnen, sobald sie scheinbar weit genug entfernt waren. Er verstand noch genug - seinen eigenen Namen, Worte wie Streber, arrogant und weniger nette Bezeichnungen, und natürlich Wunderkind und Genie - die Kombination von ihnen schien die meisten älteren nicht unerwartet zu treffen. Ein paar liessen sich sogar darüber aus, dass es 'klar gewesen war', dass 'die beiden Genies sich zusammentaten'. Er ignorierte sie, während er den Jüngeren alleine durch seine Präsenz von diesen neidischen Worten ab zu schirmen versuchte - er hatte kein Problem damit, über solchen Dingen zu stehen. Ihre Meinung hatte keinerlei belang für ihn, und das merkte man ihm auch an.

Ryoutas Haltung war aufgewachsen und gerade, seine Bewegungen von einer Eleganz, die ihm von Kindheit an anerzogen worden war - und im Zuge von Fecht- und Tanzunterricht weiter ausgebaut wurde. Nun war sie so sehr Teil von ihm, dass er nicht mehr darauf achtete, wie er sich bewegte, während er neben Ken lief, die Hände lose in den Taschen seines maßgeschneiderten, dunklen Anzugs. "Besuchst du das Seminar über deine Schule, oder hast du bereits zu studieren begonnen? Ich habe dich auf dem Campus der Universität bisher nicht gesehen - allerdings gehöre ich auch nicht zu den Personen, die sich viel unter Menschen aufhalten." Sein Blick streifte Ken, ein schmales, dezentes Lächeln. "Und du womöglich ebenso wenig." Es war keine wirkliche Frage, mehr eine Feststellung - Ken war ruhig, noch ruhiger als er selbst, allerdings dabei noch introvertierter. Keineswegs das Bild des Jungen, welches die Medien damals suggeriert hatten - arrogant und überheblich, und vollkommen von sich selbst überzeugt. Doch es war Jahre her - und wer mochte schon wissen, wie sehr diese Jahre den jungen Mann verändert hatten, der aus dem Kind von damals geworden war.
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Ken Ichijouji

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BeitragThema: Re: Stolz und Vorurteil   Mo Jun 19, 2017 4:29 pm

Aufmerksam lausche Ken den Worten des Älteren. Offensichtlich war dessen Vater Ryoutas Bildung sehr wichtig. Etwas was nun wirklich nicht verkehrt war. Schließlich sorgte das dafür, dass Ryouta später mehr Chancen in seinem zukünftigen Leben einräumen könnte und in Kens Augen war dies wirklich nicht schlecht. So hatte Ryouta wohl auf dem späteren Arbeitsmarkt einen unfairen Vorteil gegenüber seinen Konkurrenten, was Ken ihm keineswegs ankreiden wollte oder konnte. Der Vergleich von Ryouta sorgte dafür das sich ein verlegenes Schmunzeln auf seine Lippen legte, „Danke. Nur habe ich allgemein wenig Gelegenheit auf praktischem Wege mein Englisch zu verbessern.“ Gestand er knapp. Genauer ausführen wollte er das auch nicht. Er hätte garantiert die Zeit, wenn er seltener zum Training gehen würde oder seinen Freunden mal absagen würde, aber das war für Ken absolut keine Option. Er war schon sehr froh darüber, dass in der Digiwelt derzeit nichts schwerwiegendes vorgefallen ist und er dadurch die Rolle als Digiritter erstmal hinten anstellen konnte. Denn derzeit war Ken mit seinem Zeitmangement doch recht zufrieden. Vor allem da der Blauhaarige allmählich Interesse am anderem Geschlecht entwickelte, spezifisch gesehen tatsächlich an seiner bebrillten Digiritter-Kollegin. Aber das soll hier nun nicht wirklich weiter Thema werden. „Deinem Vater ist deine Bildung wohl sehr wichtig.“ Stellte Ken dann nur fest, „das wird sich zukünftig garantiert nur zu deinem Vorteil sein.“ Überlegte Ken dann noch. Wobei, es war vielleicht auch nicht richtig, dadurch soziale Kontakte nahezu komplett zu vermeiden. Denn als so jemanden schätze Ken Ryouta bisher ein.
Was wohl auch daran lag, dass dieser das Getuschel der anderen gekonnt ignorieren konnte, während Ken versuchte seinen Blick am Boden oder auf den Älteren zu fixieren, während sie durch das Kreuzfeuer der Blicke schritten, welche Ken sofort einen kalten Schauer über den Rücken jagten. Es war beinahe so als würden die Blicke wie kleine Messer in ihn einstechen, zumindest fühlte sich das Getuschel ähnlich schmerzhaft hat. Noch ein Grund mehr für Ken durchzuatmen als sie die anderen hinter sich ließen.

So legte sich wieder ein leichtes Lächeln auf Kens Lippen, als Ryouta fortfuhr. Seine Frage beantwortete er anfänglich mit einem Kopfschütteln, „Nein, ich gehe noch auf die Oberschule.“ Gestand er denn. Das war wohl doch recht außergewöhnlich wie Ken feststellen musste, da er doch damit gerechnet hatte mehr gleichaltrige um sich zu haben. Aber wer würde schon in den Sommerferien freiwillig in die Schule wollen. „Mein Englischlehrer hat mir diesen Kurs empfohlen,“ fing er dann an zu erzählen, da er das Gefühl hatte sich dafür rechtfertigen zu müssen, wieso er nun hier war. „Oder besser gesagt, er hat mich empfohlen.“ Gestand er mit einem verlegenen Schmunzeln. „Als ich dann eine Einladung zur Kursteilnahme bekam dachte ich, dass es nicht schaden könnte meine Fähigkeiten auf ein höheres Niveau zu heben und deswegen habe ich zugesagt.“ Erzählte er, dass er jedoch erhofft hatte mehr und schneller Anschluss zu finden ließ er dabei großzügig aus. Zweitere Aussage von Ryouta musste er jedoch ebenfalls wiederlegen, „Früher ja.“ Gestand er, „Jedoch traten dann Menschen in mein Leben mit denen ich gerne meine Freizeit verbringe.“ Fügte er noch erklärend hinzu. „Und ich spiele auch in meiner Schulmannschaft im Fußballteam.“ Fiel ihm noch ein, dass sein Team mittlerweile in Kens Prioritätenliste unter seine Freunde gerutscht war nun nichts, was Ken wirklich wunderte, schließlich stand er mit Davis und Co nun wirklich viel mehr durchgemacht, sodass ihm das wohl niemand verübeln konnte. Doch gestand Ryouta Ken bereits indirekt, dass er wesentlich weniger Leute seine Freunde schimpfte… oder dass er gar keine Freunde hatte? Das wollte Ken nun auch nicht weiter vertiefen, das kam ihm doch in dieser Situation fehl am Platz vor.
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Ryouta Katashi

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BeitragThema: Re: Stolz und Vorurteil   Mo Jun 19, 2017 6:11 pm

Der ältere nickte verstehend, als Ken erklärte, keine zeit - oder vielleicht auch keine Möglichkeit - zu besitzen, seine praktischen Kenntnisse weiter aus zu bauen. Als das Gespräch nun Ryoutas Vater streifte, wurde die Miene des älteren reservierter, distanzierter, allerdings nickte er bestätigend. "Vater legt großen Wert auf meine Fähigkeiten und Leistungen. Er ist Oberhaupt eines internationalen Megakonzerns und ich werde sein Nachfolger sein." Für den Moment beliess er es bei dieser knappen Aussage, während sie endlich die letzten Schüler passierten und ins freie traten - die Luft heiß und warm, aber doch bedeutend angenehmer, als jene Luft in dem stickigen Klassenzimmer. Dass Ken das Gefühl hatte, sich rechtfertigen zu müssen, war keineswegs beabsichtigt gewesen, allerdings ging er nicht weiter darauf ein, sondern freute sich für den anderen, dass er scheinbar gut in seine Klasse und in seinen Sportverein integriert war. Ein Unterfangen, das durch die mediale Aufmerksamkeit sicherlich nicht leicht gewesen war, wie man aktuell gut sehen konnte, traf man doch auf sehr viel Neid und Ablehnung. "Ich war nie gut in Mannschaftssportarten, allerdings bereitet mir Kampfsport eine gewisse Freude. Ich komme nur aktuell nicht mehr dazu, regelmäßig dem Training bei zu wohnen und es gelingt mir nicht wirklich, Anschluss in der Gruppe zu finden. Mir fehlt die Zeit, mit ihnen auf Wettkämpfe zu fahren oder auch nur ein Eis essen zu gehen. Zuvor habe ich viel für die Aufnahmeprüfungen an der Universität lernen müssen. Und nun..."

Eigentlich war es in Japan üblich, dass es einfacher wurde, wenn man erst einmal an der Universität angenommen war - die Prüfungen waren bei weitem nicht so hart, wie die Aufnahmeexamina und an vielen Vorlesungen musste man nicht einmal teilnehmen, sondern nur am Ende des Blockes eine Facharbeit abgeben. Allerdings liess sein Vater Ryouta wenig Zeit für Freizeit, Freunde oder Hobbys. "Vater plant, mich innerhalb der nächsten Monate in seiner Immobilienfirma als Makler ein zu setzen, damit ich neben dem Studium weitere praktische Erfahrungen sammeln kann und, sofern ich mich behaupte, in dieser Firma eine Führungsposition übernehme, um später bereits Berufserfahrung zu haben, wenn ich mein Studium abschließe und womöglich als Geschäftsleitung tätig bin und Position als Vorstand oder einen Sitz im Aufsichtsrat übernehme. Daher auch dieses Seminar." Er zuckte die Schultern, beinahe so, als wäre es ihm gleichgültig, allerdings konnte er nicht leugnen, dass er manchmal einsam war. "Bedingt durch meine limitierte Zeit, und natürlich meine freundliche, herzliche, humorvolle Art, habe ich ein leichtes Problem damit, Freundschaften zu etablieren... oder aufrecht zu erhalten." Ein Funke Humor lag in seinen grauen Augen, während er mit leichter Selbstironie wohl das Hauptproblem auf den Punkt brachte, aus dem er nur schwer Freundschaften knüpfte. "Als Teammitglied bei Gruppenarbeiten bin ich allerdings sehr beliebt." Weiterer Humor, gefolgt von einen schmalen Lächeln.
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Ken Ichijouji

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BeitragThema: Re: Stolz und Vorurteil   Di Jun 20, 2017 5:28 pm

Es war für Ken doch recht interessant Ryouta zuzuhören. Auch wenn es ihm vorkam als würde jemand klischeehaft aus einem Sitcom zitieren. So wirkte es beinahe irreal für Ken das was Ryouta sagte ernst zu nehmen, gepaart mit dessen Ausdruck wurde dies alles nur abgerundet. „Dein Vater setzt dann wohl große Stücke in dich…“ stellte Ken denn nur fest, um nicht unhöflich zu wirken. Und das war wohl offenbar auch so, zumindest konnte man sich das aus Ryoutas Worten zusammenreimen, auch wenn Ken doch die Befürchtung beschlich, dass dort die elterliche Wärme, die Liebe, doch etwas fehlte.  Doch Ken war gut genug erzogen um das nicht beim kennenlernen anzusprechen.
So war das andere Thema doch besser als Gesprächsstoff geeignet. „Ich musste mich auch erst in die Rolle des Teamplayers reinfinden.“ Gestand er, schließlich war Ken damals ein Soloplayer, zu seiner Wunderkindzeit. „Es hat lange gebraucht, bis ich verstand, dass man alleine bei weitem nicht so viel erreichen kann.“ Fügte er noch schmunzelnd hinzu. Dass dies eine Erkenntnis war, die Ken zwar eher in der Digiwelt als im Sport gemacht hat verschwieg er lieber, dass war nun wirklich kein Thema, mit dem man jemand Fremdes konfrontieren wollte. „Vielleicht bietet sich für dich bald auch endlich die Möglichkeit mehr mit anderen Leuten zu unternehmen. Auch wenn ich es anfänglich selbst nicht glauben wollte, aber man lernt soviel mehr wenn man sich mit Menschen umgibt die man mag.“ Erklärte er schmunzelnd, auch wenn sie ihm wohl nicht helfen konnten besser Englisch zu sprechen, lehrten seine Freunde ihn so unendlich viele Dinge beibringen, sie Ken alleine nie gelernt hätte. Und so wünschte sich Ken nun doch irgendwie, dass Ryouta ähnliche Erfahrung machen konnte, denn wie es ihm schien, fehlte das Ryouta nahezu komplett, so wie dem jüngeren Ken…
Das Ryouta doch bereits weiter eingespannt wurde war doch etwas, womit Ken nun wirklich nicht umzugehen wusste. Vor allem, weil es Ryouta nicht zu stören schien, „Ähm…“ fing Ken nervös an, schließlich wollte er seinem Gegenüber auch nicht zu Nahe treten, „Hast du denn überhaupt noch Zeit für dich?“ erkundigte er sich neugierig, „Ich meine…“, ja, was meinte Ken? Es wirkt so, als sei sein Gegenüber nur zum arbeiten da. Das konnte man nun wirklich offen ansprechen, „es wirkt so, als würdest du viel zu kurz kommen…“ versuchte er sich mit einem verlegenen Schmunzeln zu retten. Nur schien er es auch nicht anders zu kennen, er ist scheinbar so aufgewachsen und wenn man es nicht anders kennt hat man ja auch kein Interesse daran es zu ändern. Zumindest war Ken damals auch zufrieden, bis er eine andere Seite kennenlernen durfte.
So entging Ken Ryoutas doch sehr selbstironische Aussage nicht und entlockte Ken ein kurzes Lachen, „Ich glaube, du bist ein guter Freund, wenn man dich besser kennenlernt.“ Entgegnete Ken ihm, auch wenn er niemand war, dem es so einfach fiel Komplimente zu verteilen, fiel es ihm doch dieses Mal recht leicht, das lächelnd über die Lippen zu bringen. Denn das Ryouta ein schlechter Mensch war bezweifelte Ken ganz stark.
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Ryouta Katashi

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BeitragThema: Re: Stolz und Vorurteil   Di Jun 20, 2017 9:02 pm

Ryouta nickte auf die Aussage, dass sein Vater wohl große Stücke in ihn setzte. Ja, von frühster Kindheit an hatte außer Frage gestanden, dass er einmal Erbe dieses Konzerns sein würde, in die Fußstapfen seines Vaters treten würde. Etwas anderes als das erfolgreiche Erfüllen sämtlicher dahingehender Anforderungen war vollkommen inakzeptabel. Dass man alleine nicht wirklich weit kam, nicht viel erreichen konnte, war Ryouta bereits jetzt klar. Entsprechend verhielt er sich auch im Studium, beobachtete andere Studenten und wählte bereits jetzt sorgfältig die Menschen aus, die sowohl von ihrem Typus Mensch als auch von ihren Fähigkeiten vielversprechend waren für eine reibungslose Zusammenarbeit. Allerdings war es schwieriger, diese Prinzipien auf etwas anderes, als Seminare oder Gruppenarbeiten zu übertragen. Sicherlich nicht ganz zu unrecht hielten ihn die meisten für arrogant und distanziert, für abweisend, ablehnend und humorlos. Und er wehrte sich nicht gegen diese Meinung, da er ohnehin nicht die Kapazitäten hatte, mehr zu sein, als er war.

Von Ken nun zu hören, wie schön es war, Freunde zu haben, traf ihn unvorbereitet. es war kein wirklicher Neid, viel mehr stimmte es ihn nachdenklich, weil er es selbst nicht hatte. Die letzte Freundschaft hatte er im Internat etabliert, und das war Jahre her - nachdem sein damaliger Zimmergenosse das Internat verlassen hatte, war der Kontakt abgebrochen. Aus diesen Gedanken wurde er gerissen, als Ken vorsichtig - argwöhnisch - fragte, ob er überhaupt noch zeit für sich habe. Nein, wäre die einfache, wahrheitsgemäße Antwort - allerdings hatte er das nie in seinem Leben je wirklich getan. "Danke. Ich hatte bisher selten die Möglichkeit, ein Freund zu sein. Und die letzte Freundschaft verlor sich, leider. Ich habe zu wenig Zeit für diese Dinge - Freunde, Hobbys. Allerdings kann ich mich nicht daran erinnern, dass es jemals anders gewesen wäre. Meine freie Zeit verbringe ich mit lernen oder Sport oder... meinem kleinen Bruder." Bei den letzten Worten veränderte sich sein Tonfall nur um eine Nuance, doch wer gut darin war, Menschen zu lesen, würde aus den stille Worten die tiefe Zuneigung heraushören - eine Zuneigung, die sich auch in dem plötzlich weicheren Blick aus grauen Augen wieder fand. Ja, manchmal bereute er es, so wenig zeit für sich zu haben - doch wenn er nur fleissig genug war, wenn er gut genug war für seinen Vater, würde es seinem kleinen Bruder vielleicht die Möglichkeit geben, länger Kind sein zu dürfen. Würden die Anforderungen an ihn nicht so groß sein. Zumindest hoffte er es - er war ein stilles, höfliches Kind gewesen, ihm hatte es nie etwas ausgemacht, lange still zu sitzen, aber Ren wollte rennen und toben und albern sein, er sah lieber einem Schmetterling hinterher, statt das englische Alphabet zu lernen, und Ryouta gönnte es ihm von ganzem Herzen. Sein kleiner Bruder würde niemals auf dem Weg glücklich sein, den er selbst beschritt.

"Hast du neben deinen Studien denn viel Zeit für Freunde?" Eine vollkommen ernst gemeinte Frage, da er sich vorstellen konnte, dass sich Ken vielleicht nicht so sehr von ihm unterschied - und Wissen besaß, das er teilen könnte. Außer natürlich, Ken war tatsächlich das Genie, als das er damals propagiert wurde, und der Unterrichtsstoff fiel ihm so spielend leicht, dass er nicht lernen musste. Was ein beneidenswertes Attribut wäre - Ryoutas Erfolg war natürlich auch Zeugnis seiner Intelligenz, er besaß einen messerscharfen Verstand, wenn es um Wirtschaft ging, ein natürliches Talent in dem Bereich - dennoch steckte ebenso viel harte Arbeit und Disziplin dahinter.
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Ken Ichijouji

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BeitragThema: Re: Stolz und Vorurteil   Mi Jun 21, 2017 3:26 pm

„Wie alt ist dein Bruder?“ erkundigte sich Ken neugierig, in der Hoffnung, das die Frage nicht zu aufdringlich wirkte. Schließlich schien dieses Thema für Ryouta weitaus angenehmer zu sein, als wenn es um seinen Vater ging. Und sah es Ken als weitaus sinnvoller das Gespräch in diese Richtung zu drehen. Und das war ja auch eine gute Gelegenheit den Ryouta kennenzulernen, der hinter der Fassade des Geschäftsmannes steckte. Vor allem als Ryouta gestand, dass er tatsächlich keine Freunde hatte, hoffte Ken ihn mit diesem Thema etwas aufbauen zu können.

Und so lenkte Ryouta das Thema wieder auf Ken um. „Es ist nicht so, dass ich nicht lernen muss… aber ich versuche mir immer die Wochenenden freizuhalten.“ Fing er an zu erklären, „Oder wenn Geburtstage anstehen oder…“ da kam Ken kurz ins Stocken, jedoch legte sich ebenfalls ein warmes Lächeln auf seine Lippen, „der 1. August wurde im Laufe der Jahre ein sehr wichtiges Datum für uns.“ Erklärte er. „Seit knapp 4 Jahren sehen wir das als Jahrestag und feiern diesen gemeinsam im Freundeskreis. Es ist schön, da man es sonst nie wirklich vorkommt, dass alle zusammenkommen.“, was wohl auch am Altersunterschied lag und daran, dass die anderen sich auch mit der Schule und dem Studium rumschlugen. „Es ist immer schön und man freut sich beinahe das ganze Jahr darauf.“ Fügte er nur lächelnd hinzu. Das Ken mal behaupten konnte eine so große Gruppe um sich zu haben, mit so viel unterschiedlichen Menschen, die er auf ihre ganz eigene Art und Weise einen Platz in seinem Herzen gefunden haben, hätte er nie erwartet.
Doch ziemlich schnell holte Ken die Realität wieder ein, er wand sich zu Ryouta, um aus dessem Gesicht abzulesen, wie er sich wohl fühlte, wenn Ken so redete. Da Ryouta wohl nicht mit ähnlichen Erfahrungen prahlen konnte. „Ich bin mir sicher, dass du dich eines Tages auch mit so guten Freunden wappnen kannst.“ Versprach Ken ihm schmunzelnd. Daraufhin fiel ihm dann auf, dass er gar nicht bemerkte, wie weit sie schon voran gekommen sind da sie so im Gespräch vertieft waren. Er deutete in eine Richtung, „Ich muss da lang.“ Erklärte er, auch wenn er das Gespräch gerne weitergeführt hätte. „Wer weiß… vielleicht werden wir Freunde.“ Ergänzte er seine vorherige Aussage noch, auch wenn dabei ein verlegenes Lächeln seine Lippen zierte, „Ich würde mich zumindest sehr freuen.“ Gestand er noch. Vielleicht war das nun doch zu viel des Guten? Vielleicht mochte Ryouta Ken auch gar nicht und damit hätte Ken sich nun komplett zum Affen gemacht. So räusperte er sich einmal, „Wir sehen uns morgen!“ warf er noch schnell ein, um vielleicht einer unangenehmen Situation aus dem Weg zu gehen. Verlegen kratzte er sich an der Wange, ehe er sich dann auf dem Heimweg machte, welcher nicht mehr sonderlich weit war, sodass es gar nicht so schlimm war alleine weiterzugehen. Vor allem da Ken nun auch die Möglichkeit hatte den Tag Revue passieren zu lassen.
Was er zu Hause beim Essen dann auch nochmal in Worte umwandelte, da seine Eltern doch recht neugierig waren, wie sein Tag verlief. Dabei verlor er jedoch lieber erstmal kein Wort über die anderen, weniger freundlichen Mitstudenten, da seine Eltern sich keine unnötigen Sorgen machen mussten. So fokussierte er sich doch lieber auf das erlernte, das gut geführte Seminar und selbstverständlich verlor er auch das ein oder andere Wort über Ryouta.
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Ryouta Katashi

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BeitragThema: Re: Stolz und Vorurteil   Mi Jun 21, 2017 4:26 pm

"Ren ist erst vier, also wirklich noch klein." Erneut tiefe Zuneigung in seinem stillen Blick, eine Ahnung der Liebe, die er für seinen kleinen Bruder empfand in seiner Stimme. Das Glück, das er dabei empfand, dass es seinen kleinen Bruder überhaupt gab, war weniger offensichtlich als die Freude und das Glück, die von Ken ausgingen, als er von seinen Freunden erzählte, oder ihrem gemeinsamen Jahrestag - aber es war nicht weniger groß. Und erneut fand er es vielleicht schade, dass er selbst nicht das hatte, was Ken besaß - aber es war kein Neid. Er freute sich für den Jüngeren, der eindeutig weniger durch seinen Erfolg und seine Ambitionen isoliert war, als er selbst. "Ich hoffe, während des Studiums vielleicht Freunde zu finden. Im Gegensatz zur Schulzeit, habe ich hier mit Menschen zu tun, die meine Interessen idealerweise teilen - es ist leichter, Freundschaften zu knüpfen, wenn man nicht für einen langweiligen Streber gehalten wird, weil man sich für Politik interessiert oder Aktienkurse und sich über die Firmenpolitik oder das strategische Management großer Firmen unterhalten möchte, statt über Sammelkarten, Sport oder Musiker. In meiner Altersstufe galt ich damit sogar als außerordentlich langweilig." Besonders in Kombination mit seinem bereits zuvor erwähnten freundlichen, offenen Wesen. Wieder lag ein Funken Humor in den trockenen, nüchternen Worten.

Damit, dass Ken mit ihm befreundet sein wollte, hatte Ryouta nun allerdings nicht gerechnet - noch weniger mit der Offenheit, mit welcher der jüngere diesen Wunsch aussprach. Eine Überraschung, die sich allerdings kaum auf den nüchternen Zügen des angehenden Geschäftsmannes abzeichnete - lediglich seine Pupillen weiteten sich einen Augenblick, eine Augenbraue zuckte kurz nach oben - Details, die einem weniger aufmerksamen Beobachter zu leicht entgehen konnten. Diese Aussage von Ken - es hatte etwas erfrischend unschuldiges, etwas das von Kindheit und Jugend sprach. Nicht wirklich eine 'erwachsene' Art Freundschaften zu schließen. Doch was sprach dagegen, einen solchen Wunsch, eine solche Hoffnung derart direkt aus zu sprechen? Nichts. Und Ryouta erwiderte das scheue Lächeln des jüngeren mit einem schmalen, aber ehrlichen Lächeln seinerseits - ein Lächeln, das nur kaum seine Mundwinkel in dem stillen Gesicht hob, aber sehr wohl seine grauen Augen erreichten, die alles andere als kalt oder distanziert waren - zumindest, wenn man darauf achtete. Doch zu einer Antwort kam er nicht - zu schnell verabschiedete sich Ken und liess Ryouta an der Wegkreuzung stehen. "Bis Morgen!" Die Worte laut genug, dass der andere sie vermutlich noch hören konnte, ehe er ihm still nachsah. "Ich denke, ich würde mich auch freuen." In jedem Fall würde er sich freuen, wenn Ken dazu bereits wäre sein Teampartner in den Gruppenarbeiten zu sein - allerdings würde er morgen erneut Gelegenheit erhalten, ihn danach zu fragen.

Den Heimweg verbrachte Ryouta still und in Gedanken versunken, in seiner eigenen Wohnung angekommen, checkte er zuerst Anrufbeantworter und Emails, und beantwortete ausführlich die geschäftliche Email, welche sein Vater ihm geschickt hatte. In einem Beisatz erwähnte er, dass er mit Ken in einem Kurs war und plante, während des Seminars mit ihm zu kooperieren, was womöglich in eine über dieses Seminar hinausgehende Lerngemeinschaft münden könnte. Freundschaft, dachte er bei sich, wäre nichts für das sein Vater Verständnis aufbringen würde - für ihn waren sämtliche Personen nur nützliche oder weniger nützliche Kontakte, selbst die Ehe zu seiner Frau, Ryoutas und Rens Mutter, eine politische. Eine hoch funktionale Ehe, die auf Respekt und der gegenseitigen Ergänzung ihrer Stärken beruhte - aber es bestand keine Liebe zwischen ihnen. Zuneigung, sicherlich - aber keine Liebe. Auf der anderen Seite war sein Vater auch niemand, der gut darin war, Emotionen zu zeigen. Genauso wenig wie sein Sohn. Seufzend dachte er an Kens Worte zurück, ehe er den Kopf schüttelte und die aktuellen Börsenkurse überprüfte - und weiter an seinem derzeitigen Projekt arbeitete.
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Ken Ichijouji

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BeitragThema: Re: Stolz und Vorurteil   Di Jun 27, 2017 1:34 am

Nachdem der sonst nicht so redselige Ken ausführlich von seinem Tag berichtet hatte und andere Gesprächsthemen mit seinen Eltern abgearbeitet hatte war der Tag auch doch schon soweit vorangeschritten, dass Ken die restlichen Stunden in seinem Zimmer verbrachte. Dort traf er noch einige Vorbereitungen für den nächsten Tag, schließlich wollte Ken nicht unvorbereitet zum nächsten Seminartag gehen. Sowohl Ehrgeiz besaß er einfach, vielleicht weil er dem Genieruf doch etwas nachkommen wollte? Es wurden schließlich hohe Erwartungen an den Dunkelhaarigen gestellt, welche er ungern nicht gerecht werden wollte. So musste das, zwischen einigen SMS mit seinen Freunden, einfach erledigt werden, ehe Ken den Tag beendete.

Am nächsten Morgen stand Ken, erstaunlich gut gelaunt auf. Bevor er das Haus verließ aß er noch mit seiner Mutter zum Frühstück, welche bereits ein üppiges vorbereitet hatte. Was Ken erst schätzen lernen musste. Sein Vater war bereits auf Arbeit, so wie nahezu jeden Morgen, so lernte Ken tatsächlich die Wochenenden schätzen, an denen sie gemeinsam frühstücken konnten.
Und wenig später machte Ken sich dann auch schon auf den Weg zur Uni, auch wenn er früher losging als nötig. Aber Ken wollte Ryouta abfangen. Vielleicht war das doch zu viel des Guten, aber für Ken war es einfach eine Geste der Höflichkeit auf jemanden zu warten. Aber irgendwie war Ken auch mulmig zu Mute alleine den hoffentlich noch nicht ganz so stickigen Raum zu gehen. Allein der Gedanke an die Blicke und das Getuschel ließ Ken einen kalten Schauer über den Rücken gleiten. Ja, da fühlte es sich weitaus angenehmer an mit Ryouta den Raum zusammen zu betreten, immerhin ging das gestern beim Verlassen des Gebäudes auch recht gut. Zumindest fühlte Ken sich weitaus wohler, auch wenn Ryouta wenig tat. Wenn ähnliche Situationen passierten, wenn sein bester Freund da war, ging das immer etwas anders von statten. Da schämte sich Ken eher für diesen, welcher den anderen mehr als deutlich machte, dass sie still sein sollen. Auch wenn Daisuke es nur gut meinte, war diese impulsive Art doch etwas, womit Ken immernoch schlecht umgehen konnte, auch wenn diese dafür sorgten, dass Ken doch einen Hauch Selbstbewusstsein in den letzten Jahren aufbauen konnte, auch wenn er wohl niemals annähernd soviel davon haben würde wie Davis.
So stand Ken vor dem Eingang zum Gelände, am Zaun wartend. Wenn Rouyta schon drin war, war es eben so. Nur wäre das doch recht komisch gewesen, da Ken extra sehr früh das Haus verließ um sicher zu gehen, dass dieser noch nicht da war. Es wäre einfacher gewesen, dass am gestrigen Tag mit Ryouta abzusprechen oder vielleicht Kontaktdaten auszutauschen um eine Zeit und einen Treffpunkt auszumachen. Vorrausgesetzt Ryouta war damit überhaupt einverstanden. Jedoch erweckte er nun wirklich bisher nicht den Eindruck, dass ihn das weiter stören würde, so hieß es einfach abwarten. Zwischendurch griff Ken immer wieder zu seinem Handy, da Davis es sich nicht nehmen ließ Ken immer wieder darauf aufmerksam zu machen, dass es nicht normal sei im Sommer freiwillig solche Kurse zu besuchen und unzählige Sachen vorschlug, die sie gemeinsam stattdessen tun könnten. Auch wenn Das gar nicht so schlecht klang, würde Ken das Seminar nicht einfach so hinschmeißen und das erklärte er Daisuke auch immer und immer wieder. So steckte er nur schmunzelnd und Kopf schüttelnd sein Hand wieder in seine Tasche und entdeckte aus der Ferne dann doch das bekannte Gesicht wieder. So legte sich ein leichtes Lächeln auf Kens Lippen, also doch gut abgepasst! Ehe er Ryouta mit einem freundlichen „Guten Morgen“ grüßte, als dieser nicht mehr allzu weit weg war.
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Ryouta Katashi

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BeitragThema: Re: Stolz und Vorurteil   Di Jun 27, 2017 9:43 am

Die Arbeit an seinem aktuelles Projekt erforderte vor allen Dingen viel Planung, die Zeit verging wie im Flug, während er kaum mehr machte, als nach zu denken, Statistiken zu wälzen und verschiedene Modelle zu recherchieren. Es war bereits spät, als er endlich diese Aufgaben zur Seite legte und erneut einen Blick auf die Börsenkurse warf, ehe er das aufgefrischte Wissen direkt in einer Geschäftsmail aus New York umsetzte. Als er endlich ins Bett kam, war es bereits spät und die Nacht kurz. Doch das kümmerte ihn wenig - er hatte ausreichend viel Zeit gehabt, sich an Schlafmangel zu gewöhnen, weil es immer zu viel zu erledigen gab und er eigentlich deutlich zu wenig Zeit besaß, um dem allen gerecht zu werden. Den nächsten Morgen begann er damit, erst eine Runde laufen zu gehen, ehe er sich anzog - erneut makellos und perfekt sitzend. Allerdings war es ihm egal, ob er nun einen Anzug trug oder eine Uniform, sie unterschieden sich alleine in der Qualität.

Als Ryouta die Universität über pünktlich erreichte, war er beinahe verwundert, Ken bereits dort an zu treffen. Er hatte eigentlich damit gerechnet, dass er - wie meistens - zu den ersten gehören würde. Allerdings war offensichtlich, dass Ken wohl auf ihn gewartet hatte. "Guten Morgen." Sein stiller Blick streifte kurz das Handy, brachte es mit dem Lächeln des Jüngeren in Verbindung. "Deine Freunde?" Er wartete Kens Bestätigung ab und nickte. "Vermutlich werde ich das nie begreifen - aus welchem irrationalen Grund man zu solch einer Uhrzeit freiwillig bereit ist auf zu stehen... wen man keinen verpflichtenden Grund dazu hat." Erneut glomm ein Funke Humor in Ryoutas steingrauen Augen auf. "Wenn ich keinerlei Verpflichtungen hätte, würde ich um diese Zeit noch schlafen." leider hatte er immer ausreichend viele Verpflichtungen, er konnte sich kaum daran erinnern, wann er zuletzt wirklich ausgeschlafen hatte, allerdings gewöhnte man sich an alles. Man hatte ihn zu einem Frühaufsteher erzogen und er kam dem auch immer nach - allerdings war das nicht gleichbedeutend damit, dass er es auch gerne tat.

Gemeinsam gingen sie über das Campusgelände bis zu dem Raum, in welchem das Seminar gehalten wurde. Sie waren unter den ersten, was es ihnen ersparte, einen überfüllten und unangenehm lauten Raum zu betreten - noch war die Luft frisch, der Lautstärkepegel erträglich. Die Stimmen verstummten, kaum, dass sie durch die Tür traten, nur, damit kurz darauf erneut in Getuschel und Gemurmel aus zu brechen. An Ryouta prallte es schlichtweg ab, er hatte ausreichend viel zeit besessen, sich an derartige Reaktionen zu gewöhnen. Da die anderen auch ihre Sitzplätze geändert hatten - den Grüppchen entsprechend, die sich bereits bildeten - wählte Ryouta einen Platz, der es ihm ermöglichte, den Großteil des Kurses still und unauffällig zu beobachten, ohne zu weit vom Lehrer entfernt zu sein. Er blickte sich nach Ken um, nicht sicher, ob der Jüngere auch Interesse daran hatte, während des Seminars sein Sitznachbar zu sein, oder nicht. "Hattest du gestern Abend noch zeit, etwas mit deinen Freunden zu unternehmen?" Die Frage war beiläufig, bei seiner nüchternen Art konnte man beinahe glauben, es wäre eine reine Höflichkeitsfrage, allerdings interessierte ihn die Antwort tatsächlich. Ryouta war nie jemand gewesen, der unnötig viel sprach. Allerdings verstärkte seine Schweigsamkeit nur den Eindruck davon, dass er distanziert und abweisend war.
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BeitragThema: Re: Stolz und Vorurteil   Do Jul 13, 2017 10:50 pm

Irgendwie war es doch recht erleichternd, dass Ryouta nun da war. Seine erste Frage nickte er nur kurz ab, ehe Ken bei Ryoutas weiterer Ausführung kurz schmunzeln musste. „Er hat heute ein Fußballspiel und weil er recht weit reisen muss, ist er so früh bereits wach.“ Erklärte Ken lachend, ehe er dann auch fortfuhr, „Er ist sonst eher der Typ Mensch, der den halben Tag verschläft und nur für Essen aufstehen würde. Oder wenn es was zu erleben geht.“ Fügte er noch erklärend hinzu. Ja, und erneut war das wohl der Wink mit dem Zaunpfahl, dass er und sein bester Freund sich wie Tag und Nacht unterschieden. Immerhin konnte Ken sich nicht angewöhnen den ganzen Tag ‘nichts‘ zu tun. Irgendwas gab es halt immer zu tun.

Im Raum angekommen ließ Ken nur kurz seinen Blick durch den Raum schweifen und musterte nur für wenige Augenblicke die bereits anwesenden Teilnehmer. Doch als dese leise ihre Stimme erhoben war es das Signal für Ken den Blick wieder abzuwenden. Sehr gut. Seine Zeit als Genie lag doch mehr als genug Jahre zurück, warum fanden die Leute es denn denoch so relevant darüber zu reden. So war es denn doch an der Zeit sich wieder Ryouta zuzuwenden, jemand der ihn scheinbar nicht nach seinem ehemaligen Ruf verurteilte.
Da Ken bereits beim Betreten des Raumes festgestellt hatte, dass sein eigentlicher Platz bereits besetzt ist, ließ Ken seine Tasche von der Schulter auf dem Platz neben Ryouta rutschen. „Ich hoffe, es ist ok, wenn ich mir zu dir setze.“ Erkundete er sich lächelnd. Aber eigentlich sollte da ja nichts gegen sprechen. Immerhin waren sie nach dem gestrigen Tag auf dem Weg Freunde zu werden. Und ja, dann war es ja eigentlich nicht verwerflich neben einander zu sitzen. Schließlich stellte Ryouta Ken ja auch noch eine Frage und die ging leichter zu beantworten, wenn man nebenander saß. „Nein, leider nicht.“ Musste er kopfschüttelnd gestehen. „Ich habe die Zeit mit meinen Eltern verbracht und mich auf heute vorbereitet.“, immerhin wollte er auch wenn ihm der Ruf als Genie immernoch nicht wirklich zusagte, trotzdem gute Ergebnisse liefern.
Er kramte nebenbei aus seiner Tasche seinen Block sowie die losen Stifte, da sich der Raum doch nach und nach füllte – ein Zeichen, dass es gleich losgehen würde. Das dabei dann ausgerechnet sein schwarzes Digivice rausrutschte war nicht von Vorteil. Schnell schnappte er es sich wieder um es wieder auf dem Boden seiner Tasche zu verstauen. Da sie lange nicht mehr in der Digiwelt und es war deswegen weniger nötig das Digivice immer bei sich zu führen. Doch Ken war einfach ein Vertreter der Ansicht „Vorsicht ist besser als Nachsicht.“, und sollte Wormon was zustoßen und sein Digivice darauf reagieren, würde er es sich nie verzeihen können wenn er es zu spät realisieren würde. Nur war das Digivice wirklich nichts, was er irgendwem zeigte. Das würde zu viele Fragen aufwerfen. Und ob Ken die ehrlich beantworten könnte wüsste er nicht. Es war einfach kompliziert.
„Und was hast du gestern abend noch gemacht?“ erkundete er sich dann bei Ryouta, auch wenn es normalerweise nur eine Sache der Höflichkeit seinem Gegenüber die Gegenfrage zu stellen, doch Ken interessierte es tatsächlich. Ryouta war jemand den er für recht interessant empfand, auch wenn er doch eher der verschwiegene Typ war.
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Ryouta Katashi

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BeitragThema: Re: Stolz und Vorurteil   Sa Jul 22, 2017 9:17 am

Sein Freund spielte also Fußball. Eine Sportart, der Ryouta nichts abgewinnen konnte - allerdings erinnerte er sich dunkel daran, dass Ichijouji selbst ein exzellenter Fußballer gewesen war - zumindest vor ein paar Jahren. Die Art, wie Ken von seinem Freund berichtete, zeugte von größter Wertschätzung, sein Lachen war echt und befreit. Ryouta hatte nicht erwartet, den Jüngeren so befreit und glücklich zu sehen, und wenn es nur für ein paar wenige Momente waren. es war gut, dass er solche Freunde hatte, besonders in Anbetracht der Tatsache, dass er scheinbar noch immer von Personen geschnitten und ausgegrenzt wurde - aus Neid oder Argwohn vermutlich. "Ich hatte gehofft, du würdest dich zu mir setzen. Das macht es leichter, im Projekt mit dir zusammen zu arbeiten."

Ken war am Vorabend nicht mehr dazu gekommen, mit seinen Freunden etwas zu unternehmen. "Vermutlich musste dein Freund auch früher ins Bett, wenn er heute wegen dem Fußballspiel so früh aufstehen musste." Mehr eine logische Konsequenz, eine Feststellung, denn eine Frage. Zeit mit seinen Eltern verbringen... Ryouta wüsste nicht, wann er zuletzt freiwillig Zeit mit seinen Eltern verbracht hatte. Mit seinem jüngeren Bruder ja - aber mit seinen Eltern? Es war eine Verpflichtung, besonders bei seinem Vater musste Ryouta regelmäßig aushelfen oder Fragen beantworten. Aber ob er es als Zeit verbringen bezeichnet hätte - vermutlich nicht. Ken allerdings klang nicht so, als wäre es etwas negatives. Er fragte nicht weiter nach, sondern nickte nur knapp.

Beiläufig bemerkte Ryouta, wie Ken ein merkwürdig aussehendes Handy aus der Tasche fiel. Seine Augenbrauen zogen sich für einen Augenblick zusammen, da sich der Raum jedoch zunehmend füllte und er Ken nicht bloßstellen wollte, prägte er es sich lediglich ein, sagte jedoch nichts weiter dazu, sondern beantwortete direkt die Frage, die Ken an ihn richtete - ob wirklich aus ernsthaftem Interesse, oder nur, um von dem merkwürdigen gerät ab zu lenken, konnte der junge Student nicht sagen. "Ich habe den Großteil des Abends an einem persönlichen Projekt von mir gearbeitet. Allerdings bin ich noch in der Recherche, nicht in der konkreten Planung. Anschließend habe ich mich noch um geschäftliche Korrespondenz aus New York gekümmert und konnte so frisch erlerntes Wissen direkt umsetzen." Auch er hatte inzwischen seine Unterlagen aus der Tasche geholt und vor sich ausgebreitet, der Kugelschreiber befand sich in seiner linken Hand.
Ganz selbstverständlich hatte Ryouta das Schreiben der Schriftzeichen mit rechts erlernt, in anderen Dingen wurde ebenfalls versucht, ihn um zu schulen woraus eine relative Beidhändigkeit resultiert war. Inzwischen gab es viele Dinge, die er grundsätzlich mit Rechts tat - wie das Essen mit Stäbchen - doch ebenso viele, die er bevorzugt mit links tat - Türen öffnen zum Beispiel. Die Schriftzeichen mit rechts zu schreiben war kulturell derart tief verwurzelt, dass es nie eine Frage gewesen war, sie mit links zu schreiben - auch wenn er dazu in der Lage war. Das lateinische Alphabet hatte er allerdings mit links erlernt und trotz sämtlicher Bemühung fiel er immer wieder darauf zurück, mit links zu schreiben, trotz sämtlicher Versuche, es ihm anders bei zu bringen. Nun war er allerdings Student, und niemand kümmerte sich mehr darum, in welcher Hand er den Kugelschreiber hielt und welche Dinge er mit links oder rechts tat.
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BeitragThema: Re: Stolz und Vorurteil   Mi Jul 26, 2017 1:54 am

Beinahe hätte Ken erleichtert ausgeatmet, als Ryouta gestand, dass er darauf hoffte, dass Ken sich neben ihn setzte. Aber das konnte er zum Glück doch noch unterdrücken. Ja, das hätte zu komisch gewirkt. Und Ken wollte keineswegs wie eine Klette wirken. Aber innerlich war er doch mehr als erfreut, dass Ryouta ihn auch direkt zur Partnerarbeit verdonnerte. Es war ein überaus gutes Gefühl direkt in ein Team eingespannt zu werden. Ja, so musste er sich später nicht darum sorgen, mit jemanden zusammenzuarbeiten, der Großes von ihm verlangte. Großes, was er nicht mehr leisten konnte, da die Saat der Finsternis nicht mehr ihn ihm keimte. Ja, das hat seine Leistung stark eingeschränkt, doch das wollte er fremden Menschen nicht auf die Nase binden. Also hieß es, die Fassade mehr oder weniger aufrecht zu halten. Auch wenn das viel Arbeit für den Blauhaarigen war.

„Bestimmt…“ überlegte Ken laut, auch wenn er sich bei Davis weniger vorstellen konnte, dass er vernünftig genug war um rechtzeitig ins Bett zu gehen. Wenn ihn nicht sogar die Aufregung die ganze Nacht wach gehalten hat oder gar irgendein neues Videospiel. Jaa, sein bester Freund war einfach eine Kategorie für sich. Und nahezu das komplette Gegenteil des ruhigen und disziplinierten Ken.

Und das ihm nun auch noch sein Digivice aus der Tasche fiel war echt die Krönung. Verdammt. Die Wahrscheinlichkeit dass Ryouta das nicht gesehen hat, war gleich null. Und was sollte Ken dann sagen? Ihm zu erklären, was es mit dem Digivice auf sich hatte war in Kens Augen unmöglich. Und Ryouta würde ihn sicherlich für verrückt erklären, wenn er Erklärungsversuche startete. Nur war Ken auch ein sehr schlechter Lügner. Fantastisch. Also, hieß es abwarten. Abwarten und hoffen dass Ryouta das einfach ausblendete oder vielleicht doch gar nicht erst bemerkt hatte. Aber zum Glück sorgte Ryoutas Stimme dafür, dass Ken diese Gedanken, welche ihn gerade regelrecht verrückt machten, etwas ablenkten. Mehr als das. Was er sagte begeisterte den Jüngeren sehr. Wie konnte jemand in so jungen Jahren schon so viel zu Stande bringen? War er das Genie, wofür man Ken all die Jahre gehalten hat? Man hörte immerhin nicht oft von einem Jungen, der bereits so viel um die Ohren hatte und offensichtlich gut darin war, was er tat. „Du bist erstaunlich.“ Kam es nur knapp über Kens Lippen. Wobei sein Gesicht vielleicht etwas zu viel Staunen zeigte, zumindest für Kens Geschmack. Er wollte nicht wie einer der Menschen wirken, die er doch so ablehnte. Aber in diesem Moment konnte er einfach nicht anders. So wie Ryouta berichtete konnte er jedoch einfach nicht anders. Ob dieser so eine Reaktion für unangebracht hielt? Oder war er sich selbst darüber bewusst, dass er Leistung brachte, welche einfach für Studenten in seinem Alter überdurchschnittlich war.
Doch zumindest konnte Ken Ryouta als jemanden einschätzen, der ihm garantiert so eine Reaktion nicht vorhalten würde. Nein, Ryouta war sicherlich eher der Mensch, der sowas runterschluckte. So schielte Ken kurz zu Ryouta rüber, ehe ihm eine Stimme davon abhielt sich weiter darüber den Kopf zu zerbrechen.
Der Professor betrat den Raum, und jetzt viel Ken erst wieder auf, wie stickig es in diesem Raum mittlerweile schon wieder geworden war. Und das nur, weil sich mittlerweile alle im Raum versammelt hatten? Das waren keine guten Aussichten auf en Sauerstoffgehalt dieses Raumes. So holte Ken noch einmal tief Luft, wissentlich dass er vorerst eine saubere Luft mehr atmen würde, ehe das Seminar fortgesetzt würde.
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Ryouta Katashi

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BeitragThema: Re: Stolz und Vorurteil   Mi Jul 26, 2017 10:44 am

Die Reaktion, welche Ryouta erhielt, als er von seinem restlichen Vortag erhielt, überraschte ihn. Irritiert zog er seine Augenbrauen ein wenig zusammen, auch wenn sich sonst nichts in seiner stillen Miene regte. "Erstaunlich?" Es lag kein Hohn in der Frage, mehr Unverständnis. Aus welchen Grund sollte er bitte erstaunlich sein? Allerdings schien Ken tatsächlich sehr erstaunt oder auch begeistert zu sein, selbst wenn der ältere Student nicht begreifen konnte, weshalb. Leider kamen sie nicht dazu, das Gespräch fort zu führen, da der Dozent den Raum betrat. Der Unterricht an diesem Tag begann erst ähnlich, wie am Vortag, mit mündlich zu bewältigenden Aufgaben, ehe der Dozent darum bat, dass sie sich Partner für eine Partnerarbeit suchen sollten. Später würde es in Kleingruppen gehen - und Ryouta hatte bereits ausgewählt, welche anderen Personen er neben Ken in seiner Gruppe haben wollte, doch für die Partnerarbeit reichte Ken natürlich erst einmal.

In dieser Aufgabe sollten sie Geschäftsdialoge üben, jedes Team erhielt eine kurze Email-Korrespondenz zu einem geschäftlichen Thema auf Basis dessen sie ein klärendes Gespräch nachstellen sollten. Einer von ihnen sollte den Kunden darstellen, der andere die Person, welche für den Kundenkontakt zuständig war. Nichts leichter als das, zumindest für Ryouta, der durch den hohen Anspruch seines Vaters bereits geübt in diesen Dingen war, selbst wenn der Inhalt der geschäftlichen Emails keinen Bezug zu jenen Bereichen hatten, in welchen er bereits ausgeholfen hatte.

Als die Unterrichtseinheit abgeschlossen war und es in die erste große Pause ging, nutzte Ryouta den Augenblick, allein mit Ken zu sein, außerhalb der Hörweite neugieriger Seminarteilnehmer, die sich nun herablassend darüber äußerten, dass natürlich die beiden 'Wunderkinder' zusammen saßen. Dabei empfand Ryouta sich selbst als alles andere als ein 'Wunderkind' - hinter seinem Erfolg steckte allein Fleiß und Zielstrebigkeit, nichts von dem, was er erreicht hatte, war ihm einfach in den Schoß gefallen. Auch wenn er zugeben musste, dass ihm das meiste auch nicht all zu schwer gefallen war. Nicht im Vergleich zum Klavierunterricht, in welchem er auf ganzer Linie versagt hatte, so sehr, dass irgendwann die Klavierlehrer mit seinen Eltern die Sinnlosigkeit des Unterfangens besprochen hatten, so dass Ryouta diese Kapazitäten endlich auch für erfolgversprechendere Dinge nutzen konnte.

"Ichijouji, was war das vorhin eigentlich für ein merkwürdiges Handy, das dir aus der Tasche gefallen ist?" Der Blick aus Ryoutas steingrauen Augen war still, intelligent und aufmerksam - ein Blick, dem nichts zu entgehen schien. "Mir war, als hätte ich so etwas ähnliches bereits einmal gesehen... aber es sah anders aus.." Es war kleiner und quadratisch gewesen, dennoch wurde er das Gefühl nicht los, dass es ähnlich war. "Darf ich es einmal sehen?" Die Frage stellte er ausgesprochen höflich, wobei sowohl seine Haltung als auch seine stille Miene nichts forderndes besaßen, er hob nicht einmal die Hand, wie es andere Menschen bei einer solchen Frage getan hätten - auffordernd seine geöffnete Hand hin zu halten wäre Ryouta ausgesprochen unhöflich erschienen, immerhin gab es für Ken keinen Grund, es ihm zu zeigen. "Und es gibt keinerlei Grund, mich für 'erstaunlich' zu halten. Vater möchte, dass ich direkt nach dem Studium wichtige Positionen in seiner Firmenstruktur übernehme, entsprechend arbeitet er mich bereits in niedrigeren Positionen ein, damit ich mit der Arbeit vertraut bin. Es ist nicht unüblich, dass Kinder im Geschäft ihrer Eltern aushelfen, nicht in meinem Alter. Statt einem Restaurant oder einer Bäckerei besitzt er nur eben einen Megakonzern." Nichts an der Art, wie Ryouta sprach, deutete darauf hin, dass es ihm etwas aus zu machen schien, so viel für seinen Vater zu arbeiten. Er war es gewohnt, nie war es anders gewesen - Ryouta war in dieser Rolle aufgewachsen. Nie war es anders gewesen, nie würde es anders sein. Doch Stolz konnte er nicht auf seine Leistungen sein - denn sie waren nur die Erfüllungen der Erwartungen seines Vaters. Erwartungen, denen gerecht zu werden, immer mehr Zeit, immer mehr Kapazitäten und immer mehr Bemühungen erforderte.
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