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 Die erste Note

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AutorNachricht
Melody Watanabe

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Anzahl der Beiträge : 18
Alter : 20
Arbeit/Hobby : Schülerin
Wappen : Harmonie
Digimonpartner : Gotsumon

BeitragThema: Die erste Note   Do Dez 07, 2017 10:20 pm

Ein weiterer Tag brach an und Melody begab sich zur Schule. Heute war es so weit, der Todestag ihrer Eltern jährte sich zum ersten mal. Große Motivation auf den Unterricht hatte sie schon gestern Abend nicht gehabt, doch Heute hatte sie sich trotzdem vorgenommen in die Schule zu gehen. Damit sie in der Schule nicht komplett alleine da stand, hat ihr Onkel heute eine Ausnahme gemacht und ihr erlaubt Gotsumon mitzunehmen.
Mittlerweile kannte sie sich sogar einigermaßen aus. Immerhin den Musikraum fand sie schnell und ihren Klassenraum. Irgendetwas sagte ihr, dass sie Heute viel zeit im Musikraum verbringen würde. Denn immer wenn sie traurig war hatte sie sich an ihr Klavier gesetzt, Heute würde das nicht anders sein.
In den ersten beiden Stunden hatten sie im Klassenraum Unterricht. Dort saß sie dann, und starrte gedankenverloren Löcher in die Luft. Obwohl Englisch ein Fach war, dass ihr leicht fiel, war es der heutige Unterricht gar nicht. Ihr Partner hatte sie die ganze Zeit aus ihrer Tasche heraus beobachtet und sie versucht, mit Grimassen, auf andere Gedanken zu bringen. Es hatte immerhin zeitweise geklappt, doch eine wirklich gute Ablenkung war er dann doch nicht.
Nachdem es zur Pause geschellt hatte, erhob sie sich, nahm ihre Schultasche und wandelte den Korridor herunter, bis zum Musikraum. Sie hatte in den paar Tagen noch nie auch nur einen Schüler in diesem Musikraum gesehen. Auch einer der Gründe, weshalb sie sich dort hin zurück gezogen hatte. Ihren Partner plazierte sie neben sich, auf der Bank vor dem Klavier. Dann begann sie zu spielen. Die ersten Tonfolgen waren sehr unsauber, doch nach und nach klangen die Tasten immer melodischer. Doch heute spielte sie jegliche Lieder mit tieferen Haupttönen. Alles klang dumpfer, kälter als ihr übliches Spiel. Dies blieb von ihrem Partner nicht unentdeckt, doch er ließ sie weiter spielen, so wie sie es wollte. Ihre Gedanken kreisten im Raum umher und verschwanden schließlich ganz aus der Schule.

Der Tag des Unfalls spielte sich vor ihrem Inneren Auge ab. Das letzte Frühstück im Hotel. Ihre Eltern saßen ihr gegenüber. "Freust du dich schon auf die schule?", hallte die Frage ihres Vaters in ihrem Kopf.
Damals hatte sie genickt. Tatsächlich hatte sie sich auf die Schule gefreut. Es war ihr auch nicht zu verübeln, immerhin hatte sie an ihrer alten Schule ihre Freundinnen gehabt. Einige von ihnen kannten Gotsumon sogar. Sie hatte zwar nie gesagt wie sie an das Geschöpf gekommen war, aber jede von ihnen fand das muntere Gesteinsdigimon total drollig. Schließlich war er so ziemlich das genaue Gegenteil seiner Partnerin. Er war derjenige der Struktur in ihr Leben brachte, während sie sein Leben auf den Kopf stellte. Obwohl der kleine Kerl auch ganz schön chaotisch war, jeder von ihnen auf seine eigene Art und Weise.
Nach dem Frühstück wollten ihre Eltern mit ihr gemeinsam an der Küste tauchen gehen, schließlich sollte ihr Flieger erst gegen Abend starten. Da sie ans Meer fuhren zog Melody ihren Bikini an und einen luftigen Überwurf in einem sanften pastellgrün. Als sie aus dem Hoteleingang traten, stand schon ein Taxi bereit, welches auf die drei wartete.

Am Strand erwartete sie ein junger Mann, Nick, wie er sich vorstellte. Er war ihr Tauchbegleiter, damit ihnen nichts passierte, solange sie im offenen Meer schwammen. Er hatte ihnen auch kurz die Grundlagen des Tauchens erklärt. Dann dauerte es nicht lange, bis sie etwas weiter aufs Wasser hinaus fuhren. Auf dem kleinen Boot zogen sie sich die Schwimmflossen an und Nick half einem nach dem anderen, die Sauerstoffflasche am Rücken zu befestigen. Dann stieß er zuerst ihren Vater,  danach sie und anschließend ihre Mutter rückwärts ins Wasser, schließlich sprang er hinterher. Melody hatte ihre Kamera mitgenommen, mit der sie Unterwasser Fotos machen konnte. Sie wollte das Riff, über dem sie schwammen aus  der Nähe fotografieren. Aber auch die Fischschwärme die in schillernden Schuppenkleidern an ihr vorbei schwammen, kamen nicht um ein Foto von ihr herum. Doch so ganz traute sie sich nicht, alleine näher ans  Riff heran zu schwimmen.
Mit Handzeichen versuchte sie ihren Vater zu überreden, mit ihr herunter zu schwimmen. Dies tat er auch. Letztlich folgten den beiden auch Nick und  ihre Mutter. Den gesamten Ausflug über hatten sie gelacht und  Späße gemacht, sogar Unterwasser.

"Woran denkst du?", riss sie die Stimme ihres Partners schließlich aus ihren Gedanken. Das Spiel  unterbrach sie nicht. Sie schaute ihren Partner mit glasigen Augen und  einem ehrlichen Lächeln an. Er erwiderte ihr Lächeln, immerhin freute er sich für sie, dass sie wenigstens positive Gedanken hatte. Dann begann  sie, dem Digimon zum ersten Mal vom letzten Tag mit ihren Eltern zu erzählen. Wie lange sie letztendlich mit Gotsumon  im Musikraum war, wusste sie nicht. Sie hatte gar nicht mitbekommen, dass die erste Pause schon vorbei war und die zwei Stunden  nach  der Pause auch bald vorbei sein würden. Sie erzählte ihm von dem Büffet, das jeden Morgen im Hotel zum Frühstück aufgetischt wurde, von dem Tauchbegleiter Nick, dem Riff  und den verschiedenen Fischen die sie gesehen hatte.  Bei dem Unfall ihrer Eltern wurde sie unverhofft unterbrochen. Ein junger Mann mit blauem Haar, hatte sich in den Türrahmen gelehnt und sie durch ein räuspern auf sich aufmerksam gemacht, sodass sie im Wort stockte. Erstaunt blickte sie an dem großgewachsenen hoch.
"Wem hast du denn diese Geschichte erzählt?", fragte er neugierig. Sie merkte wie ihre Wangen langsam rot wurden. Der Unbekannte war schon jetzt kurz davor, ihr größtes Geheimnis zu erfahren.
"M-Manchmal führe ich Selbstgespräche...", presste sie leise heraus. Auf ihre Antwort ging er nicht näher ein. Viel eher wich er ihrer Antwort aus und schnitt ein neues Thema an.
"Hast du noch die Fotos von den Fischen?", fragte er sie mit neugierigem Blick.
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Yoshio Kayo

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Anzahl der Beiträge : 13
Alter : 18
Arbeit/Hobby : Schüler / Schlagzeuger (KOD)

BeitragThema: Re: Die erste Note   Mi Jan 24, 2018 7:40 pm


9.00Uhr
Melody, Yoshio

Eine Unterrichts Stunde fiel aus und die Klasse durfte sich frei beschäftigen. Yoshio mochte es in dieser Zeit in Ruhe im Schulgebäude zu gehen. Vielleicht könnte er auch etwas Musik machen. Zusätzliches üben würde seiner Seele gut tun. So beschloss er in Richtung Musiktrakt zu gehen. Seine Schultasche hat er in der Klasse gelassen, denn er würde sowieso nicht so lange dort bleiben. Seine Finger kribbelten. Yoshio würde gern wieder auf ein Klavier spielen. Ihr Klavier zu Hause haben sie verkauft und dafür ein Schlagzeug gekauft. Damals als er noch jünger war hat er angefangen am Klavier zu spielen, verlernt hat er es also nicht.

Also ging der blau haarige zum einzigen Raum, welch ein Klavier besaß zum spielen. Kein Schüler kam ihn auf den Weg entgegen. Viele hatten Unterricht oder würden die Zeit nutzen um oben auf den Schuldach heimlich eine zu rauchen. Doch Yoshio gehörte nicht zu den Jungen die rüpelhafte Dinge Taten. Er war eine gut erzogene Seele.
Als er vor dem Klavierraum stand und eine Stimme hörte, wurden seine Schritte langsamer. Schließlich blieb Yoshio vor der Tür stehen und lauschte. Eine weibliche Stimme erzählte etwas über das Meer. Leise drückte er sich an die Wand und hörte weiter zu. Sie erzählte von Fischen und einem Riff. Das Thema Fische interessierte Yoshio sehr und natürlich könnte er seine Neugier nicht mehr zügeln. Vorsichtig lehnte er sich vor und sah um die Ecke.

Der Raum war hell beleuchtet und ähnelt fast schon einer Arzt Praxis. Alles war steril und weiß, von den hellen Möbeln bis zur Tapete. Auf einen Podest stand ein schwarzes Klavier. Es war das einzige Musikinstrument das im Raum war. Die anderen Instrumente lagen in den Schränken verborgen.  Yoshio war schon öfters hier gewesen. Am Klavier saß eine Schülerin und erzählte, wie sie Fotos von den Fischen gemacht hat. Seine Augen scannten den Raum. Sie saß alleine dort, niemand sonst war noch im Raum. Etwas verwundert beschloss er nun aus seinen Versteck zu kommen und lehnte sich am Türrahmen, um sie zu beobachten. Das Mädchen hat ihn noch nicht gesehen, also studierte er ihre Form. Sie sah sehr hübsch aus, soweit er das beurteilen kann. Er würde sie zwischen sechzehn und achtzehn Jahre schätzen. Ihre Haare hatten einen schönen braun Ton und ihre Augen sahen intensiv aus,  als sie weiter erzählte so als ob jemand ihr zuhören würde, jemand der auf den Klavier saß. Aber sie war alleine und redete offensichtlich mit sich selbst.
Ein kleines Lächeln bildet sich auf sein Gesicht und er fand grade diese Tatsache sehr sympathisch. Er konnte sich nicht mehr zurück halten und unterbrach sie.
„Wem hast du denn diese Geschichte erzählt?“
Seine Neugier brachte ihn öfters dazu, sehr spontan zu handeln.
Das Mädchen blickte zu ihn und lief rot an.
„M-Manchmal führe ich Selbstgespräche...“

Yoshio hat es schon geahnt und konnte eine weitere Frage nicht zurück halten. Schließlich ging es hier um was ganz wichtiges.  
„Hast du noch die Fotos von den Fischen?“
Jetzt war es raus. Er hat sich verraten. Sie würde ihn sicherlich blöd ansehen und ihn als verrückt abstempeln. Denn welcher Kerl fragt ein hübsches Mädchen gleich nach Fisch Fotos?
Langsam bemerkte er wie sein Gesicht wärmer wurde. Doch Yoshio wollte hören, ob sie die Fotos noch hat. Verlegen grinst er sie an. Er löste sich von der Tür und ging ein paar Schritte auf sie zu. Ein gesunder Abstand war trotzdem noch zwischen ihnen.
„Ich heiße übrigens Kayo...Yoshio Kayo.“, verriet er leise im Nebensatz.

Wie unhöflich von mir sich nicht gleich vorzustellen, dachte Yoshio verlegen. Er hat es sowieso schon vermasselt. Mädchen waren nicht seine Stärke. Seine Band Mitglieder hätten sich bei diesem Gespräch sicherlich schon krumm gelacht. Yoshio hatte noch nie eine Freundin. Er würde bald die Schule verlassen und hat sehr wenig Kontakt mit dem weiblichen Geschlecht. Seine Altersgenossen sahen Mädchen hinterher und er sah seinen Fischen im Aquarium zu.
Sein Blick wanderte über das schwarze Klavier und er erinnerte sich an sein eigentliches Vorhaben. Er wollte Klavier spielen.
Er blickte wieder zurück zum Mädchen. „Sie kann Klavier spielen.“ ,war sein erster Gedanke. Wieder konnte er sich seine Frage nicht verkneifen.
„Du spielst Klavier?“
Unglaublich, wie kreativ er doch war, innerlich schüttelte Yoshio den Kopf über sich. Wie gut er schon einfache Sätze bilden kann. Ihre Anwesenheit ließ sein Herz etwas schneller schlagen. Irgendwas an ihr sagte ihm, dass sie beide gut zueinander passen könnten. Sie strahlte dieses gewisse etwas aus. Er konnte es nicht benennen, dieses Gefühl, welches er in ihrer Nähe hatte. Doch sie war etwas besonderes. Das war sich Yoshio bewusst.
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Die erste Note
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